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Zivildienst (ADiA) in Japan im Asian Rural Institute (ARI) - Berichte:    ( Nach oben    Übersicht )

Ein Hauch Tokyo

vom 13.11.2006 00:18


Freitagmorgen um 5 Uhr ging es los: Zwei Tage Tokyo. Freunde besuchen. Ich war recht gespannt. Ich hatte über das Internet ein Busticket gebucht. Mit dem Bus nach Tokyo ist wesentlich bequemer, da man nicht umsteigen muss. Der Bus braucht ungefähr 3 Stunden und kommt sehr zentral an (Shinjuku).
Also, um 5 Uhr raus, Sachen fertig packen, mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren (gut, dass ich noch so ungefähr den Weg wusste, denn die Wegbeschreibung ist mir nach der ersten Kreuzung aus der Tasche gefallen) und fröstelnd auf den Bus gewartet. Der kam dann auch pünktlich um 6:27.

Ankunft in Shinjuku
Um 9:40 bin ich dann in Shinjuku angekommen. Der Bahnhof in Shinjuku ist laut Reiseführer der "beschäftigste" der Welt. D.h. hier sind die meisten Menschen auf einmal. In den Stoßzeiten (6-9 Uhr morgens etwa) werden Leute angestellt, die die Passagiere in den Zug drücken, so dass auch alle reinpassen und pünktlich zur Arbeit zu kommen.


Shinjuku. Überall Hochhäuser (nicht nur in Shinjuku, sondern in ganz Tokyo). Sehr viele riesengroße Fernseher an den Häusern. Viele Menschen.

Hachiko - beliebter Treffpunkt
Hachiko ist der Name eines Hundes. Vor vielen, vielen Jahren folgte ein Hund seinem Meister stets zur Arbeit, wartete vor der U-Bahn Station und begleitete ihn. Als jedoch sein Herrchen starb, wartete Hachiko weitere 20 Jahre immer vor der U-Bahn Station. Wie die Japaner so sind, haben sie nun aus Ehre vor dem Hund eine Statue errichtet. Und an dieser Statue treffen sich heutzutage viele Menschen, ein sehr beliebter Treffpunkt:


Hier sollte auch mein Treffpunkt mit Ryoko (einer Freundin) sein. Ich hatte allerdings noch eine Stunde Zeit, also gesellte ich mich zu einem der seltenen Ausländer. Es stellte sich heraus, dass er Engländer war, Psychologie studiert hatte und nun ein Monat in Japan rumreist. Wir haben uns ein wenig unterhalten und haben uns dann die Love Hotels angeschaut. Dazu gleich.
Neben der Hachiko-Statue. Dieser Wagen ist extra für Raucher, da man auf öffentlichen Plätzen meistens nicht rauchen darf. Der Wagen hat eine spezielle Absaugeinrichtung, sodass Raucher ihre Sucht ungeniert und ohne großartigen Rauch und Gestank genießen können… Na ja, wie auch immer.





"Tokyo Style"

Das ist nicht übertrieben oder außergewöhnlich, sondern in Tokyo normaler Alltag. Sehr interessant und oft auch amüsant anzuschauen…
Kälte kennen viele Japanerinnen nicht, wenn es die Kleidung betrifft.


Love Hotels

Vorbei an riesigen Hochhäusern mit riesigen Fernsehern ging es dann Richtung "Love Hotels".
Beschreibung des Love Hotels in Wikipedia:
"Das Love Hotel ist eine besondere Art des Stundenhotels in Japan und gleichzeitig ein wichtiges Element der modernen japanischen Alltagskultur.
Der Besuch eines solchen Etablissements gilt in Japan nicht unbedingt als anrüchig, auch wenn es von Prostituierten und für außereheliche Affären benutzt werden kann. Bei den meisten Kunden von Love Hotels handelt es sich jedoch um Schüler und Studenten, die bei ihren Eltern oder in Wohnheimen wohnen, sowie um verheiratete Paare, deren Räume zuhause zu hellhörig sind.
Auch wird das Love Hotel bevorzugt nach einem erfolgreichen Nampa (aggressives Flirten) oder G?kon (Kuppeltreffen), für One-Night-Stands, Internetbekanntschaften etc. genutzt."

Das wollten wir uns natürlich anschauen. Und so sehen sie aus:


Nun war die Stunde Wartezeit auch vorbei, also zurück zur Hachiko-Statue. Ryoko treffen, dann kurze Zeit später Yukari, eine andere Freundin, und los geht's durch Tokyo!

Da Ryoko und Yukari noch ein Uni-Kurs hatten, wollte ich eigentlich mithören. Ein Kanadier, mit einem wahnsinnig langen Vollbart, war deren Professor und Thema war amerikanische Literatur. Leider ging es dann nicht, denn ich hätte als Gast ein Bewerbungsformular ausfüllen müssen, eine Versicherung abschließen und zu guter Letzt noch ein wenig Geld zahlen sollen. Natürlich alles rechtzeitig, nicht nur ein paar Minuten oder Stunden vorher. Also bin ich die zwei Stunden ein bisschen in Shibuya und Shinjuku umhergelaufen, habe ein wenig deutsches Brot gekauft, und die Leute ein wenig beobachtet.

Shibuya

Viele, viele Menschen: Shibuya.

Electric City - Akihabara
Schließlich habe ich Yukari und Ryoko von der Uni abgeholt, und wir sind, nachdem wir etwas gegessen hatten, mit dem Zug nach Akihabara gefahren. Akihabara liegt im Nordosten Tokyos, allerdings immer noch Zentral-Tokyo (ja, Tokyo ist nun mal riesig)… Akihabara ist der Inbegriff moderner Technik und Elektronikwaren. Es ist einfach verrückt, viel zu viel auf einmal und noch verrückter. So sah das in etwa aus:


Als Ausländer kann man hier auch ohne Steuern einkaufen (Duty Free). Allerdings muss man seinen Reisepass mit sich führen, was ich natürlich vergaß. Trotz alledem habe ich mir hier eine neue Kamera gekauft. (12x optischer Zoom, 8 Megapixel, Panasonic und 2 GB Karte für insgesamt knapp 340 Euro.) Klar, ist alles Japanisch, und trotz der vergleichsweise vielen Touristen hier (man sieht im Allgemeinen eher sehr wenige weiße Menschen in Tokyo), können die Verkäufer kein Englisch. Also mussten meine Japanischkenntnisse her, die natürlich doch zu Wünschen übrig lassen, na a, vor allem wenn es um einen Kamera-Kauf geht. Glücklicherweise hat mir Ryoko mit dem Übersetzen geholfen, und alles hat gut geklappt.

<< Die Japanischen Mädels mal wieder…

…der nächste Morgen…
Der Rest des Tages war sehr erschöpfend und aufregend. Vom Essengehen im Japanischen Restaurant, in der Wohnung sitzen und sich auf Englisch und Japanisch unterhalten, immer mal wieder gefragt werden: "Sore tte doitsu de nan desu ka?" (Wie heißt das in Deutsch) und letztendlich Nintendo und Playstation spielen (ja, hier in Japan ist das nicht nur für Jungs. Auch Mädels spielen das obsessiv jeden Tag!) Wie auch immer. Freitags hatte ich ja Brot gekauft, das gab es dann am Samstagmorgen zum Frühstück. Es war lustig zu sehen, wie sie sich mit dem Brot anstellten, da das ja so gar nicht üblich ist.

Vlnr: Yukari, Ryoko und Ryokos Schwester, deren Namen ich leider vergessen habe.
Wir haben die Nacht in Ryokos Haus verbracht. Sie wohnt in der Nähe von Shibuya, also extrem zentral, wo die Wohnungen normalerweise wirklich teuer sind. Ryoko hat eine Wohnung mit zwei Etagen, also unüblicherweise sehr groß. Normalerweise lebten ihre Eltern hier auch, die leben jetzt allerdings in Chile, aus beruflichen Gründen.

Wie auch immer, am Samstag ging es dann wieder quer durch Tokyo. Zunächst sind wir zum Tokyo Tower gelaufen, der ähnlich wie der Eiffelturm aussieht, nur noch um einiges größer ist. Da die Sicht aber nicht klar war, haben wir die etwa 6 Euro nicht gezahlt und sind unten geblieben. Ansonsten hat man einen wohl fantastischen Blick über die riesige Stadt!

In Tokyo hat jetzt (Anfang November) auch schon Weihnachten angefangen, und überall findet man "Merry Xmas 2006" und Beleuchtung und Weihnachtsbäume. So auch direkt neben dem Tokyo Tower:


Italienisch?
Da man zwischendurch auch was zwischen den Zähnen haben möchte, haben wir uns entschieden, Italienisch Essen zu gehen. Das ganze hat wohl nichts wirkliches Italienisches an sich, außer dass es Pizza und Pasta gibt, die natürlich sehr Japanisch sind. Einen gewissen Schreck hat mir die Karte dann auch versetzt: Pizza mit Käse, Salami, Apfel und Honig - Nein, danke, lieber Vierkäsesorten. Nur zu dumm, dass es in Japan wirklich nicht normalen Käse gibt, und der Pizzateig einfach fast nie knusprig wird. Egal, gegen den Hunger war es gut.
Sehr in mich rein grinsen musste ich auch, als meine Begleiterinnen versuchten, ihre Pizza mit Gabel zu essen. Brot- und Schneidemesser kennen die Japaner zum Essen nicht, d.h. zur Pizza gab es nur eine Gabel. Nun ja, und höflich wie die Japaner nun mal sind, ist das Essen mit der Hand nicht wirklich angebracht. Gesagt habe ich ihnen das aber nicht, ein bisschen Spaß braucht man manchmal…
Ich habe mich für meine Pizza aber dann doch für meine Hände entschieden (was mir interessanterweise dann kurze Zeit später nachgeahmt wurde… hihi).
Ryoko und Yukari

Kreuz und quer durch Tokyo
Nun besichtigten wir den Königlichen Palast, jedenfalls die äußere Anlage, da man dort nirgends rein darf:

… Ein Hauch von Park umgeben von Hochhäusern …
Tokyo Hauptbahnhof

Asakusa - ein Hauch Tradition im hypermodernen Tokyo

...…und da uns vier allen die Beine weh taten (kurze Zeit später kam noch ein anderer Freund, eher Begleiter. Er sprach leider nicht viel. Weder Japanisch noch Englisch. Ich glaube, zwei Sätze waren alles während des ganzen Tages), brauchten wir eine Pause.


Ryoko (rechts) und ich (links)... (P.S. Das mit der Hand ist in Japan obligatorisch…)

Shinjuku
Weihnachten Anfang November

Dennis Keller

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