Im letzten Monat, seit Weihnachten bis jetzt - Ende Januar, ist wieder einmal einiges geschehen. Einmal haben wir das neue Jahr in Tokyo gefeiert, wir haben die wenigen Urlaubstage genutzt und waren wieder einmal in Nikk?, wunderschöne Berglandschaften und alte Tempelanlagen genießen. Dann hat auch die Arbeit wieder angefangen, ebenso wie wöchentliche Unterrichtsstunden über ökologische Landwirtschaft. Vor einigen Tagen habe ich mir dann noch drei Tage frei genommen (von meinen spärlichen zwanzig Urlaubstagen für das komplette Jahr) und bin für fünf Tage nach Kyoto gefahren.
Ach und zu guter Letzt muss ich sagen: Man verändert sich in ARI. Oder verändert ARI einen selbst?
Dazu nun aber ein bisschen detaillierter.
Neujahr in Tokyo

Nicht nur einen Döner konnten wir in Tokyo finden, sondern auch meinen lange verschollenen Bruder (siehe Bild). Nach eingehender Bekanntmachung zogen wir dann aber dennoch weiter, und der Abschied viel mir schwer (auch vom Döner, der natürlich viel kleiner, teurer und überhaupt nicht so gut wie in Deutschland war). Wie man vielleicht erahnen kann, war der Abend in T?ky? sehr amüsant. Die ganze Nacht feierten wir, nicht nur Neujahr, sondern ja auch noch meinen Geburtstag. Von Bar zu Bar schlenderten wir, doch natürlich war nichts wie zu Hause, und überhaupt, die Japaner feiern Silvester einfach nicht wie wir. In Japan ist Silvester ein Familienfest. Die Kinder bekommen Geld von ihren Eltern geschenkt, und man geht zu einem Tempel (an denen es übrigens, jedenfalls in Tokyo, kostenlosen Sake gibt).
Nach einer langen, lustigen Nacht mit zwei amerikanischen Freiwilligen, meinem deutschen Kollege Malte und zwei japanischen Freunden (die allerdings aufgrund des Familienfestes nicht lange bleiben konnten), sind wir dann morgens um 5 mit dem Zug zurück nach Hause, zu ARI, gefahren. Und dort schlief ich dann. Bis zum Abendessen.
Das Feiern tat gut. Eine Auszeit von ARI tut manchmal auch gut. Doch nach einiger Zeit in Tokyo muss man weg von dort. Zu viele Menschen, zu viele Häuser, zu viel Technik, Smog, Ignoranz, Konsum, Verrücktheit…
Nikko - der letzte Urlaubstag

Am letzten Urlaubstag waren wir mit den koreanischen Mitarbeiten Jeenhae-san und Ban-san, sowie einem Working Visitor aus Korea, mit Mendis (Training Assistant) und Laksiri (Mitarbeiter) aus Sri Lanka, mit Malte und mir, in Nikko. Dort konnten wir nicht nur die alten Tempelanlagen bewundern, mit ihrer wunderschönen Architektur, perfekt bis ins kleinste Detail; sondern wir waren auch in den Bergen, haben einen 100m-Wasserfall gesehen, und sind viel in der Gegend herumgelaufen.
Nikk0 ist sehr ruhig (in den Haupttempelanlagen sind natürlich vergleichsweise viele Touristen), gerade in den Bergen kann man aber eine wundervolle Landschaft und alte, traditionelle japanische Kultur genießen.
Ökologische Landwirtschaft oder was ist eigentlich "Erde"?
Mit dem Start der Arbeit am fünften Januar hat auch Yukiko-san (japanische Mitarbeiterin, die für den Bereich Crops&Vegetables (Feld) zuständig ist, und unter anderem für wenige Jahre in Samoa gearbeitet hat) mit einer wöchentlichen Unterrichtsstunde über ökologische Landwirtschaft begonnen.
In der ersten Stunde ging es über Erde. Was ist eigentlich Erde? Und was macht gute Erde aus? Sie sprach über die physische und chemische Zusammensetzung von Erde, und wie man durch ökologische Landwirtschaft diese verbessern kann, was durch Chemikalien gemacht wird, was die Farbe von Erde über ihre Qualität aussagt, und einiges mehr.
Es gibt wesentliche Merkmale der physischen Struktur der Erde anhand denen man erkennen kann, in welchem Zustand die Erde ist und ob sie fruchtbar und geeignet für eine reiche Ernte ist. Zunächst: Aus was besteht eigentlich Erde?

(Siehe Abbildung links.) Doch was Erde ausmacht sind vor allem die vielen Mikroorganismen. Erde besteht aus (verwittertem) Gestein, aus Mikroorganismen und Mineralien. Weiterhin ist Wasser und Luft ebenso wichtig. Was ist nun gute Erde?

Woran kann man sie erkennen bzw. wie kann man ihre Qualität verbessern?
In der Abbildung rechts sieht man zwei Strukturen. Die linke Struktur, eine einfache Anordnung, ist die "normale" Struktur der Erde. Vor allem mit der Anwendung von Chemikalien nimmt die Erde diese Struktur an. Jedes Erdkorn steht dabei sozusagen in Reih und Glied. Für die Erde und vor allem die Pflanzen die von der Erde ernährt werden, ist es allerdings sehr wichtig, dass ein ausreichendes Wasser- und Belüftungssystem vorherrscht. Die Erde muss dabei einmal in der Lage sein, genügend Wasser zu speichern, aber auch Wasser- und Luftdurchlässig sein. Kurz: Die Erde sollte luftig, "flockig" sein. Weiche Erde ist wichtig. Wie kann man also erreichen, dass die Erde sowohl Wasser speichert als auch durchlässt? Im Beispiel links wird zwar das Wasser gespeichert, es bietet sich jedoch keine oder nur wenige Möglichkeiten zur Wasserdurchlässigkeit, dasselbe für Luft. Somit können Pflanzen nicht ausreichend oder ungenügend versorgt werden. Hierfür werden dann oft Chemikalien gegeben, die zwar den Pflanzen künstliche Unterstützung bietet, die Erde jedoch noch härter und wie im linken Beispiel strukturieren lässt. Sprich: Die Qualität der Erde wird stetig verschlechtert.
Wenn sich aber nun verschiedene Erdkörner an ein anderes quasi heften, und Bälle bilden, so kann einmal innerhalb dieser Bälle Wasser gespeichert werden. Dort, wo sich die Bälle treffen, findet man größere Löcher, die entsprechend Wasser- und Luftdurchlässig sind. Somit ist die perfekte Basis für gesunde Pflanzen und eine reiche Ernte gegeben.
Die Frage hier ist nun vor allem: Wie kann man es schaffen, dass ein paar der Erdkörner "klebrig" werden, sodass sich diese Bälle formen können und die Erde damit weicher und "flockiger"/klumpiger wird? Hier hilft vor allem natürlicher Kompost. Kompost ist die Zersetzung organischen Materials (alte Pflanzen, verrottetes Gemüse, natürliche Abfälle, Essensreste, usw.) durch Destruenten wie Regenwürmer und andere Kleintiere. Diese Tiere zersetzen (destruieren) die Materialien. Das Endprodukt wird Kompost genannt. Interessanterweise hilft genau dieser Kompost, Teile der Erde sozusagen klebrig zu machen. Dadurch kann eine perfekte Struktur aufgebaut werden, sodass die entsprechenden Dinge, die wir anpflanzen, die notwendige Basis für ein gesundes Leben haben.
Ein anderer wichtiger Punkt, der viel über die Qualität der Erde aussagt, und den man nicht unbeachtet lassen darf, ist die chemische Struktur. Hier ist vor allem der pH-Wert aussagend, der uns den entsprechenden Säure- oder Basengehalt der Erde verrät.
So ist es etwa wichtig zu wissen, das Reis dann sehr gut wachsen kann, wenn der Boden eher sauer ist. Spinat zum Beispiel ist fast neutral, braucht aber einen leicht saueren Boden. Gerade, wenn bestimmte Sorten nicht oder schlecht wachsen, so muss man die Gründe nicht nur bei eventuellen Insekten oder der physischen Struktur der Erde suchen, sondern auch im chemischen Gehalt. Wenn der Boden zu sauer ist, kann man eben keinen Spinat kultivieren, und in mit basischer Erde wird es schwierig, Reis anzubauen. Die japanische Erde ist meist eher säuerlich, was erklärt, wieso Reis hier schon seit langer Zeit angebaut wird. Generell haben wärmere, tropischere Länder eher einen basischen Boden, während für kältere Länder das Gegenteil gilt. (Falls ich mich nun irren sollte, und genau das Gegenteil stimmt, meldet euch bitte bei mir…)
Gerade für Entwicklungsländer, und somit unsere Participants, ist natürlich eine Frage am wichtigsten: Wie kann ich denn den pH-Wert herausfinden? Nun, da gibt es Indikatoren oder elektrische Messgeräte, aber wie will man so etwas in einer Region haben, in denen viele ihrer Menschen nicht einmal ein Auto gesehen haben? In Regionen, die, so würden manche von uns sagen, noch wie vor einigen hunderten Jahren leben? (Na ja, tun sie nicht, es ist eben anders - aber das ist ein anderes Thema, globale und kulturelle "Entwicklung", dazu später einmal…)
Um den pH-Wert oder den Säure- bzw. Basengehalt der Erde herauszufinden gibt es auf jeden Fall so genannte Indikatoren-Pflanzen. In vielen Ländern haben Menschen mittlerweile bestimmte Pflanzen gefunden, die nur dann wachsen, wenn der pH-Gehalt extrem ist. Also zum Beispiel sehr sauer (0) oder sehr basisch (13). Wenn also nun diese Pflanze wächst (nach vorhergehender eingehender Beobachtung des "Feld-Verhaltens"), kann man sehen, wie der chemische Gehalt der Erde aussieht. In einigen Ländern gibt es diese Indikatoren-Pflanzen nicht bzw. unterscheiden sich von Region zu Region. Hier ist dann vor allem gute und genaue Beobachtung wichtig. Unsere Participants sind also immer wieder ermutigt worden, ihre Felder genauestens zu beobachten, zu schauen, welche Art von Unkraut und Pflanzen wachsen, wie viel, wie häufig, welche Art von Gemüse, usw.
Eine andere Sache ist die Farbe der Erde. Das nur in aller Kürze: Ist sie z.B. sehr schwarz (wie hier in Teilen Japans) bedeutet das entweder dass die Erde sehr gut ist (da ein sehr hoher Anteil Mikroorganismen), oder aber dass die Erde vulkanischen Ursprungs ist. (Letzteres trifft auf diese Region zu, da hier in der Nähe einige Vulkane sind und es vor vielen Jahren einen großen Ausbruch gab.) Generell kann man sagen: Je dunkler die Erde, desto besser. Wobei man eben Dinge wie Vulkangestein usw. auch berücksichtigen muss.
Was ist nun, wenn die Erde zu sauer ist? Oder zu basisch? Wie kann man einen Ausgleich schaffen, wie bekommt man die Erde ins Gleichgewicht?
Vielen Farmern hier in Japan wird im Studium der Agrarwissenschaft dazu geraten, einen hohen Anteil Zitronensäure zu verwenden (übrigens neben dem Gebrauch von Chemikalien)… Zitronensaft ist sehr sauer, so kann also eine gute Basis für z.B. vor allem den Reisanbau geschaffen werden. Wie auch immer wird aber durch viel Zitronensäure die Erde härter und die physische Struktur der Erde wird weniger weich, als hart und zu gleichmäßig (siehe Bild oben, Beispiel links). Auf lange Sicht gesehen wird also die Qualität der Erde verschlechtert (und irgendwann natürlich auch zu sauer). Als Lösung hier sehen viele leider Chemikalien, was zwar die Qualität der Erde noch mehr verschlechtern lässt, aber scheinbar eine reichere Ernte beschert.
Auch hilft interessanterweise Kompost um eine Neutralität und Balance herzustellen. Kompost lässt die Erde langsam zu einem Gleichgewicht kommen.
Ich bin froh, dass wir diese Unterrichtsstunden haben, denn so lernen wir nicht nur praktisch die Anwendung auf dem Feld, sondern können durch das Hintergrundwissen alles besser verstehen und durchschauen.
Admissions - oder was sich so in der Welt tut…
Zunächst: Ich muss meine Arbeitszeiten noch einmal überdenken. In einem früheren Bericht schrieb ich etwas von "von 6 bis 6"? Aber wieso denn? Nach dem Abendessen ist auch noch Zeit zum Arbeiten, und überhaupt, was sind schon Pausen? Dabei muss ich erwähnen: Ich mache es freiwillig, aber - die Arbeit braucht es. Wirklich. Es ist toll und spannend, aufregend und immer wieder beängstigend. Wir bangen und hoffen, arbeiten, schreiben, telefonieren, faxen, hoffen, bangen, lachen, freuen uns … und… ach, genau, Schlaf. Essen. Fast vergessen!
Zwei offizielle Briefe haben wir nun schon per Post an die hoffentlich bald kommenden Participants (April ist offizieller Start) versendet. Per Post bedeutet zunächst: Risiko. Und: Warten. Denn natürlich geht es nicht nur 10 Tage, was eigentlich der Durchschnitt sein sollte, bis ein "normaler" Brief in Kamerun oder Bangladesch ankommt. Kamerun haben wir ohnehin schon komplett aufgegeben, und konnten, dank guten Timings, die offiziellen Briefe unseren ehemaligen Participants aus Kamerun mitgeben, sodass diese vor Ort die Briefe unseren kommenden Participants zukommen lassen können. Der letzte Brief nach Bangladesch ging nur ein Monat, da waren wir aber froh! (..dass er überhaupt noch ankam.) Und das Tolle an der Geschichte: Alle Briefe sollten zu einem bestimmten Zeitpunkt ankommen, da es um offizielle Dinge geht: Pass und Visum beantragen. Die Botschaften kennen keinen Spaß, vor allem dann nicht, wenn wirklich ländliche Menschen aus wirklich ländlichen Regionen aus wirklich armen "Entwicklungsländern" zunächst einen Pass, dann aber auch noch ein Visum nach Japan möchten!
Da müssen wir verhandeln, schlau sein, Beziehungen aufbauen - immer wieder, genaues Timing und Termine einhalten. So sollten auch alle kommenden Participants sich bis Anfang Februar für ein Visum beworben haben. Aber wie, wenn nie ein Brief mit den offiziellen Dokumenten ankommt? Wie, wenn man mehrere Tage braucht, um an einen Ort zu kommen, wo man Emails abrufen kann? Wie, wenn mal wieder Erdbeben und Tsunami auf einer der Inseln in Indonesien toben? Wie, wenn die eigene Organisation in der Region noch nicht so bekannt ist, und der Postbote einfach nicht weiß, wohin er den wichtigen Brief aus Japan bringen soll?
Dabei haben wir zurzeit vor allem drei Fälle, die uns Sorge bereiten. Einmal eine Frau aus Indien, und dann zwei hoffentlich kommende Participants aus Indonesien.
Indien: Reeta ist etwas über 30; wohnt im Bundesstaat Manipur, einer der ländlichen, von der indischen Regierung nicht wirklich gemochten Staaten. Und dort gehört sie einer Minderheit an. Da ist also nix mit guter Kooperation von Behörden. Und somit dauert die Passbeantragung auch sage und schreibe ein halbes Jahr. Aber: Es ist Ende Januar - Anfang April soll sie schon in Japan sein! Und für den Visums-Antrag braucht sie auch den Pass!
Und nebenbei wusste sie bis vor etwa einer Woche gar nicht, dass ihre Bewerbung akzeptiert wurde. Sie konnte keine Emails anrufen, und auf mysteriöse Weise kamen all unsere Briefe nie bei ihr an. Nachdem wir also bei ihr angerufen hatten war sie sehr überrascht, aber auch sehr beängstigt ob alles denn klappen kann. Da 6 Monate definitiv zu lang sind, haben wir nun Kontakt zu einem ehemaligen Graduate im selben Staat aufgenommen. Dieser soll ihr helfen, entsprechende Kontakte aufzubauen, und dadurch auf ein wenig Gunst der Behörden hoffen zu können. Klar, Geld spielt da auch immer eine Rolle… Können wir das unterstützen? Ist das Korruption?
Eine andere beängstigende Sache ist das Reisen. Alle unserer baldigen Participants müssen jeweils vor Ort sein, um Pass oder Visum zu beantragen. Das heißt für viele, wenn nicht alle: Mindestens viermal eine lange Reise antreten, die oft viel länger als nur ein Tag dauert. Von wegen Auto, Bus oder Flugzeug. Wenn man Glück hat, gibt es teilweise einen Bus, den man sich leisten kann. Ansonsten muss man schauen, wie man durch die Hälfte des Landes kommt. Oder man läuft zwei, drei Tage durch den Dschungel. Läuft im feindlichen Gebiet in Sri Lanka, wo die Situation des Bürgerkrieges zwischen Tamil und Singhala wieder sehr kritisch ist, oder hat einfach Pech, und kommt dank Überschwemmung oder Krisensituation nicht aus seinem Dorf heraus.
Also los, Michi und Dennis, kriegt das mal auf die Reihe, organisiert alles schön, sodass dreißig dieser Leute (27 um genau zu sein) auch pünktlich im April kommen können! (Soviel zu unserer Arbeitsbeschreibung…)
Ach, schrieb ich Michi und Dennis? Nein. Michi geht ab morgen früh auf die Philippinen, und zwar für drei Wochen. Denn dort haben wir ja auch noch ein Trainingscenter (siehe Bericht 5), und eine von Michis Aufgaben ist auch die Betreuung jenes Trainingprogramms vor Ort.
Aber es gibt keinen Grund sich zu beklagen, die Arbeit ist toll. Es gibt halt einfach nur viel zu tun, und da "opfert" man dann auch gerne mal das Wochenende für die Arbeit. Die Freude und Spannung ist riesig, vor allem wenn die Arbeit von kleinen Erfolgen gekrönt ist, man sieht, dass man etwas erreichen kann.
Richtig toll wäre es, wenn alle von unseren 27 Kandidaten es schaffen, im April zu kommen! Zu den zwei in Indonesien: Eine hat einfach die Briefe nicht bekommen, da wir sie an das Head-Office ihrer Kirche geschickt haben. Aber jene ist einige Tage von ihrem Arbeitsplatz weg, und somit kamen die Briefe eben nie bei ihr an. Also haben wir nun die Briefe nochmals versendet, per EMS (der "superschnelle, superteure Express-Service", der garantiert innerhalb einer Woche zustellt!!!). Und immer haben wir halt im Auge: Die Botschaften wollen die Visum-Bewerbung eigentlich bis Anfang Februar! Ach, nur noch eine Woche? Ohje! Da wünschen wir uns immer gegenseitig viel Glück und beten. Anders geht das nicht.
Und, ja, Arbeiten wie die für die Website - da kann ich gar nicht dran denken, es gibt auch so schon viel zu viel zu tun!
Wer sind denn eigentlich die neuen Teilnehmer?
Genau! Das sollte auch mal besprochen werden. Wer kommt im April? Wie viel Participants werden wir haben? Die Theorie besagt 27, zu den oben genannten Gründen kann sich diese Zahl (leider und hoffentlich nicht) verringern.
Wir werden Participants haben aus: Indonesien (4), Myanmar (3), Philippinen (4), Solomon Islands (1), Laos (1); Bangladesch (1), Indien (2), Nepal (1), Sri Lanka (2); Uganda (1), Kamerun (4), Ghana (1), Madagaskar (1), Tansania (1). Insgesamt sind es 16 männliche und 11 weibliche Participants. Der Großteil sind Christen. Um genau zu sein: Leider nur 3 sind von einer anderen Religion, das wären: 2 Buddhisten (Sri Lanka und Laos) und 1 Muslim (Tansania).
Des Weiteren werden zwei TAs haben. TA ist ein Training Assistant, also ein ehemaliger Participant (vor mindestens 5 Jahren), der nun zurück zu ARI kommt (für ein Jahr) um die Participants zu unterstützen und selber noch das Training zu vertiefen. Das sind: Ein Mann aus Ghana und eine Frau aus Myanmar.
Jedes Jahr kommen ja auch normalerweise japanische Participants (zwischen 1 und etwa 4), doch diese haben noch Zeit für ihre Bewerbung. Bisher haben wir erst eine Bewerbung erhalten, allerdings von einem 18jährigen Mädchen. Diese mussten wir dann leider ablehnen, da zu wenig Erfahrung, und keine positiven Erfahrungen mit ehemaligen Participants desselben Alters (bzw. direkt von der Highschool kommend). Im Laufe der nächsten zwei Monate sollten hier aber auch noch mehr Bewerbungen kommen, wir wissen auch von drei, die stark Interesse an dem Training haben. Einer von denen arbeitet zurzeit in Uganda und möchte durch das Training sein Wissen vertiefen, mehr praktische Erfahrung sammeln können, und spezifischer über ökologische, integrierte und nachhaltige Landwirtschaft lernen.
Das verrückte Wetter
Auch hier in Japan ist das Wetter anders. Es soll wohl das wärmste Jahr sein. Schnee, den man normalerweise auch in Tokyo oder Kyoto findet, vermisst man dieses Jahr sehnlichst. Kalt fühlt sich trotzdem alles an. (Aber die fehlende Isolierung in den Gebäuden hatte ich ja schon erwähnt.) Man sitzt halt "ARI-typisch" mit Winterjacke im Büro, oder ignoriert die Kälte einfach ganz kalt.
Manchmal fühlt es sich aber schon wie Frühling an, und wir fragen uns, ob die richtige Kälte noch kommt - vielleicht im März oder im April?
ARI - Isoliert, Ländlich - nicht nur gedanklich eine Insel
Auch wenn keiner der letzten Participants es so empfand, aber für Japan liegt ARI sehr ländlich. Wir sind schon ein wenig in den Bergen, nicht direkt in der nächsten Stadt drin, umgeben von Wald, mit teilweise toller Aussicht.
Vor kurzem haben wir einen tollen Aussichtspunkt entdeckt, auf dem man ARI schön sehen kann. Siehe das folgende Bild:
Kyoto
Bilder zu meinem Kyoto-Trip findet man unter
www.flickr.com/photos/dennisk (ein öffentliches Photo-Album im Internet).
Es war ein schöner Ausflug. Die Berge sind wundervoll (ach, Japan besteht ohnehin aus etwa 70 Prozent Bergen, was das Land und die Natur an sich wirklich wunderschön macht). Doch musste ich wieder einmal feststellen: Die japanischen Städte an sich sind hässlich. Nun, zumindest die modernen. Sei es die Städte, die hier in der Nähe sind, oder eben auch Kyoto… Doch was zu einem gewissen Ausgleich führt sind die vielen Tempelanlagen inmitten der Stadt. Das vermittelt Ruhe, Stille, einen irgendwie meditativen Moment (insofern man sich darauf einlässt).
Man verändert sich in ARI…
…oder verändert ARI einen selbst? Ich weiß es nicht, es ist wohl beides. Aber eine Zeit ohne Veränderung hier wäre unmöglich. Das Leben wird auf den Kopf gestellt, kräftig durchgeschüttelt, hin und her geworfen, dann fallen gelassen und geschaut, wie man zurechtkommt. Und wo ich mich vor etwa einem halben Jahr für Unis in England und Schottland beworben habe (wegen lächerlicher Abgabefristen), so könnte ich alles wieder von vorne beginnen, andere Kurse wählen, oder überhaupt alles überdenken. Aber: Das ist gut so! Es ist in Bewegung!
Es sind unglaublich viele (kleine) Herausforderungen, mit denen man hier konfrontiert wird. Und immer geht es in die Richtung, die im ARI Motto steht: "That one can live to his or her fullest potential." (Dass man mit seinem vollsten Potential leben kann.)
Und was heißt das konkret? Bleibt der Dennis wohl für immer in Japan? Oder studiert er gar doch in Deutschland? Will er etwa Farmer werden und in einem Entwicklungsland arbeiten?
Tja, wer weiß. Man wird sehen. Einige Dinge sind in Planung. Bald gibt es dazu weitere Neuigkeiten. Man ist hier ständig in Reflektion, gerade jetzt in der Winterszeit, wo ARI sehr ruhig ist, da viele der Mitarbeiter im Ausland sind.
Für die nächsten Freiwilligen, die im Rahmen ihres Zivildienstes planen hier her zu kommen (oder auch als Freiwilligendienst): Ihr braucht wirklich nicht darüber nachdenken falls ihr euch noch nicht entschieden habt. Es gibt nur eine Antwort: Ja. Es lohnt sich.
Ost-Afrika?
Wie ich in meinem vorigen Bericht (Bericht 5 - Ruhe) ausführlich beschrieben habe, werde ich nach ARI, Ende Juli, nach Ostafrika gehen. Die Flugtickets sind nun gebucht, in der Hoffnung, die finanzielle Unterstützung von ARWA (Asian Rural Welfare Association) zu erhalten. Die Planung beginnt nun so langsam konkreter zu werden, Graduates in Tansania und Uganda sind kontaktiert. In Uganda ist gar ein Treffen geplant, zu dem alle Graduates aus Uganda kommen sollen. Ob das aber zu der Zeit sein wird, wenn ich in Uganda bin, ist noch unklar. Wir hoffen, dass wir das aber irgendwie so planen und verbinden können!
Ansonsten gibt es hier keine weiteren Neuigkeiten, das hat alles auch noch Zeit.
Januar.
Liebe Freunde, das war mein Bericht für den Januar. Die Zeit rast, und doch - immer noch - ist die Zeit, jeder einzelne Tag, sehr intensiv. Malte und ich sind nun bereits fünf Monate hier in ARI und in Japan. Das ist schon fast die Hälfte, und irgendwie glauben wir das alles nicht.
Bis zum nächsten Monat, Ende Februar sollte es meinen nächsten Bericht geben. Dann wird es noch spannender, aufregender und beschäftigter. Bis dahin, mit herzlichen Grüßen,
PS: Ich freue mich immer sehr über Rückmeldungen, Fragen, Anregungen, usw.!
- meine neue Handynummer: 0081-80-66894080
Dennis Keller
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