Natürlich geht das. Allerdings nennt man das dann „Anderer Dienst im Ausland“. Zusätzlich wird dieser Dienst vom Staat finanziell in keinster Weise unterstützt und man muss viel Papierkram und Stress in der Vorbereitungsphase miteinplanen.
Hier möchte ich meinen baldigen Dienst in Japan vorstellen und den Sinn und Zweck eines Auslandsjahres erläutern.
Das Projekt nennt sich ARI. Oder auch „Asian Rural Institute“, was man mit „Asiatisches Agrarwissenschaftliches Institut“ übersetzen könnte. Das Projekt selbst ist alles andere als japanisch: In die Gemeinschaft kommen lokale Führungspersönlichkeiten aus Entwicklungsländern. Diese werden neun Monate bei ARI in ökologischer, nachhaltiger Landwirtschaft ausgebildet. Das ist konkrete, wirkungsvolle und hilfreiche Entwicklungshilfe: Ein Landwirt aus Burma zum Beispiel kann so natürlichen Dünger herstellen (etwa aus Schweinemist) und muss nicht teure chemische Mittel kaufen. Er kann sein Wissen in seinem lokalen Projekt einsetzen und als Multiplikator sein Wissen verbreiten. Jährlich werden zwischen 25 und 30 „Schüler“ auf diese Weise ausgebildet. Daneben gibt es noch die Volunteers – das sind Freiwillige, die sich Bereit erklären, unentgeltlich bei ARI zu arbeiten. Die Arbeitsfelder sind sehr verschieden: Von Feldarbeit, über Essensherstellung (so gut wie alle Nahrungsmittel werden bei ARI selbst produziert), Arbeit mit Tieren, bis hin zu Büroarbeit und hausmeisterlichen Tätigkeiten ist alles vertreten.
Ich selbst werde zwölf Monate bei ARI verbringen. Verdienen werde ich dabei nichts – im Gegenteil suche ich einen Spenderkreis, der das Projekt finanziell unterstützt, sodass das Ganze überhaupt möglich ist. Denn auch Flug, Versicherungen, Unterkunft und Verpflegung werden nicht vom Staat gezahlt.
Damit der Dienst als „Anderer Dienst im Ausland“ anerkannt wird, muss sich ein staatlich anerkannter Verein finden, der die Trägerschaft für das Projekt übernimmt. Insgesamt gibt es etliche Vereine in Deutschland, die ein FSJ oder den AdiA vermitteln. Und es gibt viele Bewerber: Insgesamt gibt es auf eine Stelle scheinbar zehn Bewerber.
Was für einen Sinn hat denn der Zivildienst im Ausland?In erster Linie geht es hier natürlich nicht darum, dem Staat zu dienen. Jedenfalls nicht vordergründig. Denn letztendlich hilft man durch all jene sozialen Projekte (meist in Entwicklungsländern) vor allem vor Ort. Die eigene Arbeit macht zwar meist nur sehr wenig aus, wenn man auf die extreme Armut in vielen Ländern schaut, auf die Hungersnöte, Krankheiten und Katastrophen – doch, es sind Schritte in die richtige Richtung. Und durch die monatlichen Berichte der Freiwilligen kann man sehen, wie viel und wie konkret eigentlich geholfen werden kann. Beim Zivildienst im Ausland geht es vor allem um Völkerverständigung – denn wie oft hört man schon in den deutschen Medien über positive Entwicklungen aus Ländern wie Tansania, Burma oder Nicaragua? Es geht um Globalisierung, die nicht nur wirtschaftlich, kapitalistisch geprägt ist. Und natürlich geht es um die Hilfe, die Arbeit, die die Freiwilligen machen. Und in dieser Weise dient man auch dem deutschen Staat: Man vermittelt, wenn auch oft nur im Kleinen, zwischen oft sehr unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Menschen. Und lässt viele Menschen an seinen eigenen Erfahrungen teilhaben.
Zu guter Letzt möchte ich Sie um eine Spende bitten. Jeder Euro hilft. Damit Sie sehen, was mit dem Geld passiert, werden Sie jeden Monat durch die Erfahrungsberichte informiert, was im Projekt passiert. Ich werde viele Fotos machen und freue mich schließlich auf einen abschließenden Diavortrag.
Dennis Keller
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